Johannes Baptista I

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Dieser Mann mit dem entschiedenen Blick ist Johannes der Täufer. Er ist an dem Schild mit dem Lamm, seinem Wappentier, erkennbar. Das hat er, weil von ihm im Neuen Testament erzählt wird, dass er einmal, wie er Jesus kommen sah, ausgerufen hat: „Seht das Lamm Gottes, das hinweg nimmt die Sünden der Welt.“ (Joh 1,29) Man beachte: Jesus wird von ihm also als Weltmessias herausgestellt, nicht nur als bescheidener Judenmessias, der nur die relativ  bescheidene Herrlichkeit des Davidreiches wieder herstellt.

Das Verhältnis von Johannes zu Jesus wird vom anderen Johannes, Johannes Evangelista, ganz klar dargestellt: Johannes ist zwar der letzte grosse Prophet des Alten Bundes, der Jesus als Messias vorhersagt, aber er bereitet ihm nur seinen Weg. Jesus ist der Grosse, er der Kleine, der abnehmen muss, während Jesus zunehmen muss. Johannes ist der dienstbare Diener, der sich unter- und nachordnet seit ihrer ersten Begegnung, als Embryo-Johannes salutiert hat, als sein Embryo-Kollege Jesus ihm im Bauch von Tante 2. Grades  Maria zum ersten Mal gegenüberlag (Lk 1,41).

Inzwischen ist Johannes der Täufer einer der grossen Heiligen der Kirche und steht mit diversen Kolleginnen und Kollegen, mit Maria Magdalena, seinen Eltern Elisabeth und Zacharias und den Klugen Jungfrauen und anderen da in der Turmhalle seit über 700 Jahren, zur Rechten der frommen Kirchgänger, wenn sie das Münster verlassen, und dient ihnen als leuchtendes Beispiel für ihr Leben bis zum nächsten Sonntag.

Was der Ministrant schon lange wissen möchte: Was hat Johannes eigentlich gemacht, als er „taufte“? Von wem hat er das übernommen oder wozu hat er das erfunden? Die Frage ist auch deswegen interessant, weil wir Christen diesen Brauch seit frühester Zeit bis heute pflegen. Was machen wir da überhaupt? In der Redaktionskonferenz herrscht Unwissen. Weiss das Jemand von unseren geschätzten Besuchern?

Die Miniatur des nächsten Wochenendes handelt nochmal von dieser sperrigen Lichtgestalt.

2 Kommentare zu „Johannes Baptista I

  1. Hmmm…,
    ehrluch gesagt, bin ich ziemlich skeptisch, dass bei der hochverehrter Redaktionskonferenz tatsächlich „Unwissen“ herrscht. 😉
    Aber ich versuche gerne den zugeworfenen Staffelstab aufzufangen.
    Ich bin mir ziemlich sicher, dass der Johannes, die sogenannte „Wasser-taufe“ nicht neu erfunden hat.
    Da das Wasser in fast allen älteren Religionen eine der wichtigsten Rollen spielt und gilt als Quelle des Lebens, Inspiration, Reinheit und Klarheit, war es für Johannes wohl am naheliegenden dieses Symbol als Befreiung vom Alten und Vorbereitung auf etwas Grundlegend-neues zu nehmen. Hätte unser Johannes anstelle des Wasser, das Feuer genommen, wäre die befreiende und reinigende Wirkung zwar deutlicher, aber nicht unwesentlich schmerzhafter gewesen! 😉

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    1. Sie tun uns unrecht, liebe Frau Helen, wir haben uns nicht doof gestellt, das haben wir gar nicht nötig. Wir sind in uns gegangen und haben beschlossen, unser Unwissen zu bekämpfen und das Ergebnis in einer eigenen Miniatur mit dem Titel „Johannes der Taucher“ mitzuteilen – ernsthaft und ohne Flachs. Ausgangspunkt wird sicher die von Ihnen unterstrichene Reinheitssymbolik des Wassers sein. Und ganz herzlichen Dank für Ihren Kommentar!

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