Bernhard von Clairevaux

IMG_9002 - Kopie

Der Tor meint, in der apokalyptischen christlichen Welt, in der neben Gott der Teufel am Werk ist, positioniert man sich tunlichst auf der Seite des und der Guten und Gottes, und folglich sind viele unserer Widersacher, richtig betrachtet, auf der Seite des und der Bösen und des Teufels und folglich Feinde Gottes. Jesus hatte, wie der spottende Tor hinzufügte, eine ganze Reihe weltfremder Ideen. Zu den kuriosesten gehört sicher seine Forderung der Feindesliebe, auch wenn er sie nicht selbst erfunden hat. Damit lässt sich trotzdem in der christlichen Welt ganz gut leben, wenn man es so einrichtet, dass die eigenen Feinde als die Feinde Gottes erscheinen, und Gottes Feinde zu lieben, das wird nirgends verlangt, das wäre völlig kontraproduktiv. Und sie treten massenhaft und in Gruppen auf und, richtig betrachtet, gibt es so dann die Ketzer, die Hexen, die Juden, die Mohammedaner und so weiter, alles Feinde Gottes. Und wenn ich diese Feinde Gottes bekämpfe, tue ich etwas Gutes. In dieser Welt brennen die Scheiterhaufen der Hexen und der Ketzer zum Lobe Gottes. Der Bluthund Johannes Calvin fand sich auf der richtigen Seite, wie er seinen von ihm verteufelten theologischen Kontrahenten Michel Servet wochenlang foltern und dann auf die grausamst mögliche Art lebendig verbrennen liess.

Der Historisch-Kritische ergänzte: Einer der grössten Heiligen des Mittelalters, am Münster an der Nordseite des Turms in Stein gehauen, riesig, klobig wirkend in eigenartigem Stil, auf der mittleren Ebene der Heiligenfiguren stehend, hier abfotografiert (Kopie, Original von etwa 1300 im Museum) und bis heute mit tiefer Ehrfurcht genannt, ist Bernhard von Clairevaux (1090 – 1153). Er tauchte in die tiefsten Tiefen mystischer Versenkung und begegnete dort mehrfach auch der Jungfrau Maria persönlich, die er in den höchsten Tönen theologisch bearbeitete und publikumswirksamst in den Himmel hob, um dann auch zu verkünden, bekehrungsunwillige Mosleme abzuschlachten sei ein Gott wohlgefälliges Werk, weil das kein „homicidium“, ein Menschen Töten, sondern ein „malicidium“, ein den oder das Böse Umbringen sei, und folglich sei der geplante zweite Kreuzzug (1147 – 1149) mit seinem absehbaren Meer von Blut und Tränen gottgewollt. – Dass er zwischenzeitlich zum Patron der Bienen und der Barkeeper avanciert ist, versöhnt nur wenig mit ihm. Im Jahr 1146 hat er  im Vorgängermodell des Münsters für seinen Pleitekreuzzug gepredigt.- Einstimmig mögen wir alle fünf ihn nicht – Phöbe mit beratender Stimme.

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