Unheiliges zum Heiligen Geist

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Frau J., Lehrerin,  berichtete, ein Schüler habe die Meinung vertreten, Max Frisch habe „Romane und Zitate“ geschrieben. J.J. Rousseau hielt es ähnlich, und sein schönstes Zitat ist: „Der erste, der so dreist war, ein Stück Land einzuzäunen und zu sagen: ‘ Das ist meins‘ und der so Einfältige fand, die ihm das glaubten, war der wahre Begründer der bürgerlichen Gesellschaft.“

Das gefällt  auch dem Toren sehr, und er meinte in der letzten Redaktionskonferenz, man könne mit gleichem Recht auch sagen: „Der erste der posthumen Parteigänger Jesu, der so dreist war, zu sagen: ‚Aus mir spricht der Heilige Geist‘  und der so Einfältige fand, die ihm das glaubten, war der wahre Begründer der christlichen Kirche.“ Mit dem angeblichen Jesuswort (Joh 14, 26), er werde seinen Sympathisanten nach seinem Tod den „Geist“ senden, der sie alles lehren werde, was er ihnen noch nicht beigebracht habe, hätten sich die Alpha-Tiere der sekundären Jesusbewegung  der Jahrzehnte nach der Kreuzigung  als angebliche Träger dieses Geistes einen Blanco-Scheck ausgestellt, mit dem sie ihren Gefolgsleuten alles, aber auch wirklich alles als göttliche Wahrheit aufs Auge drücken konnten. So konnten sie, meint der Tor, die spärlichen Überlieferungen, die sie hatten, als sie nach Überwindung der Schockstarre über den Tod ihres Chefs und Hoffnungsträgers  daran gingen, ihn trotz allem zu vermarkten, gigantisch aufblasen und das Ganze als Wirken des „Geistes“ verkaufen. Derselben Paralogik seien die Strippenzieher des Konzils von 1870 mit dem Dogma von der päpstlichen Unfehlbarkeit gefolgt.

Danach kam der Defibrillator, den wir unlängst, trotz sehr knapper Kasse der Redaktionskonferenz, angeschafft haben (billigstes Internetangebot zu 1248,31 € incl. Versand), zum Einsatz, und dank dessen blieb uns der Ministrant erhalten. Es ist nicht überraschend, dass er, kaum dass der Notarzt verschwunden und er wieder bei Bewusstsein und Atem war, eine ganz andere Auffassung so vehement vertrat, wie es sein angegriffener Zustand erlaubte. Aber diese Meinung kann als bekannt vorausgesetzt werden. Er dringt darauf, dass wir für den Toren endlich ein päpstlich angeordnetes Bussschweigen beantragen, alldieweil eine thermische Radikallösung (Scheiterhaufen) zur Zeit nicht Mittel der Wahl sei.

Und hier noch der ganze Himmel, in dem unser hochheiliger Vogel fliegt, vom Hochaltarbild des Meisters Hans Baldung gen. Grien von etwa 1516.

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